Dänisch ist schwer zu lernen – oder?

Kürzlich war ich auf einer Messe in Dänemark. Die Messe war vor allem interessant für Menschen, die in Dänemark leben und arbeiten wollen. Dort kam ich mit vielen Deutschen ins Gespräch, die sich zwar gut vorstellen konnten, nach Dänemark zu ziehen, sich aber vor allem mit einer Sache nur schwer anfreunden konnten – der Sprache. Alle waren sich einig: Dänisch ist sehr schwer zu lernen, weil die Aussprache so schwer ist und es dadurch wiederum schwerfällt, die Sprache zu verstehen. Ich dachte darüber nach, wie ich das eigentlich selbst empfinde.

Aussprache als Herausforderung

Mir ist bewusst, dass es den meisten Lernenden wirklich schwerfällt, dänisch zu lernen, weil die Aussprache für deutsche Muttersprachler eine Herausforderung sein kann. Ich selbst habe relativ früh angefangen, dänisch zu lernen und hatte im Studium sehr viele Stunden dänisch die Woche. Dadurch habe ich ziemlich schnell gelernt und es wurde vor allem schnell leichter, zu sprechen. Insbesondere das Verstehen der unterschiedlichen Dialekte bei einer hohen Sprechgeschwindigkeit fand ich auch schwer. Dennoch finde ich, dass es machbar ist, dänisch zu lernen, sofern ich mich traue, von Anfang an viel zu sprechen.

Fehler sind wichtig und erlaubt

Gerade am Anfang trauen sich Lernende nicht gleich, zu sprechen, weil sie Angst haben, Fehler zu machen oder weil sich die Aussprache in ihren Ohren schlicht falsch anhört. Dabei ist es aus meiner Sicht richtig und wichtig, von Anfang viel zu sprechen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ich die einzelnen Laute bilden kann und so einen Grundwortschatz aufzubauen. Fehler dabei zu machen ist total normal und wichtig, denn nur so kann ich meinen Lernenden sagen, wie etwas richtig auszusprechen ist.

Viel hören und laut lesen

Oft werde ich dabei gefragt, was ich empfehlen würde, um dänisch besser lernen zu können. Dabei habe ich vor allem zwei Tipps: Ich habe sehr schnell angefangen, Filme und Serien auf dänisch zu gucken, anfangs mit deutschen, später mit dänischen Untertiteln. Dadurch bleibt die Sprache im Ohr und es wird leichter ein Gefühl dafür entwickelt, wie die Sprache klingt. Und dann kann ich wirklich empfehlen, bereits aus dem Unterricht bekannte Texte zu Hause laut zu lesen. Das kostet manchmal etwas Überwindung, ich finde es aber sehr hilfreich. Die meisten Texte aus Lehrbüchern gibt es als Audiodateien und ich lese die Texte oftmals selbst laut und nehme sie für meine Lernenden auf, so dass sie sich in Ruhe anhören und selbst üben können.

Spaß, keine Angst und nicht zu viel Ehrgeiz

Das sind drei weitere Punkte, die ich gerne mitgebe: Es soll vor allem Spaß machen, eine neue Sprache zu lernen, denn sie eröffnet ganz neue Welten und davor sollte ich keine Angst haben. Wir alle machen Fehler beim Sprechen und das nimmt einem niemand übel. Zu viel Ehrgeiz kann einem dabei im Weg stehen und demotivieren. Solltet ihr beim Lesen jetzt selbst Lust bekommen haben, dänisch zu lernen oder euch erstmal informieren wollen, nehmt gerne Kontakt mit mir auf, ich freue mich immer, mit euch in den Austausch zu gehen.